Ice, Ice, Baby!

Wie jedes Jahr verbringe ich die Silvester-Zeit fernab der Zivilisation irgendwo im Nirgendwo. Dieses Jahr ging es nach Fuschl am See im Salzkammergut. Kaum angekommen, musste ich natürlich sofort zu einer Umrundung des hiesigen Sees aufbrechen. Leider wurden ich und mein Saucony Nomad aber bereits nach wenigen Kilometern von heftigen Eisflächen (gefrorener Eismatch) empfangen, weshalb ich mir auf der Rund 10 Kilometer langen Strecke fast 4 x den Hals gebrochen hätte.

Und genau aus diesem verflixten Grund sollte ich eigentlich bereits seit einer Woche den ASICS Fujisetsu 2 G-TX mein Eigen nennen. Dummerweise ist dieser Schuh scheinbar nur am Schwarzmarkt erhältlich. Oder am Ende gar ein Mythos. Ein Schuhhändler teilte mir sogar mit, diesen Schuh könne man in Österreich überhaupt nicht bestellen. Na sowas. Derweil wollte ich damit laufen. Nicht meine Bong stopfen. Aber bitte.

Es musste also eine Notlösung gefunden werden, da auch der Brooks Cascadia sowie der Salomon S-Lab diesen Eisflächen nicht gewachsen wären.

Dass ich den Fujisetsu nirgends bekommen würde, war mir natürlich klar. Und auch die Hoffnung, einen anderen Schuh mit Spikes zu finden, tendierte gegen Null. Die Notlösung sollte mir dann aber doch gegönnt sein: Spikes zum Umschnallen!

Dabei gab es von der Firma SPRING YARD mehrere Modelle im Angebot – je nachdem, ob man lediglich sicher zum nächsten Zigarettenautomaten gelangen will oder ein See mit höchstmöglicher Geschwindigkeit umrundet werden soll. Meine Wahl fiel dementsprechend auf letzteres Modell.

Die Ice Gripper sind zwei Gummigamaschen mit je 6 stählernen Spikes (4 am Vorfuß, 2 im Fersenbereich) mit einer Länge von ca. 4 Millimetern. Das Anlegen dauert keine 60 Sekunden. Und die Gamaschen halten augenscheinlich bombenfest, wobei ich – auf Empfehlung des Verkäufers – trotz Schuhgröße 42 ein Modell für Schuhgröße 38-40 erworben habe. Gute Entscheidung.

Und heute morgen machte ich mich dann auch gleich mit meinen neuen Stahlkrallen auf den Weg. (Protipp: Lauft mit den Spikes nicht über den Kirschboden der Ferienwohnung.) Ansonsten: Wahnsinn! Die Spikes bohren sich mit einer Leidenschaft ins Eis; ich bin die wildesten Passagen – bergab, kurviges Gelände – mit einer Sicherheit gelaufen, die ich sonst nur im Sommer auf trockenem Boden kenne. Ja, ich bin entzückt. Der Halt ist wirklich sensationell.

Allerdings dürfte das Laufen mit Spikes die Waden ein klitzeklein wenig mehr belasten. Ich habe damit bisher keine Erfahrungen, aber man hört ja gelegentlich, dass das Laufen mit Spikes auch auf der Laufbahn etwas »bissig« sein soll. Meine Waden haben sich heute jedenfalls bei mir gemeldet. Und das machen sie sonst nur nach brutalen Intervallläufen.

Darüber hinaus sollte man mit den Spikes natürlich nicht auf Asphalt herumtanzen. Fühlt sich a) furchtbar an und nützt b) die Stahlspitzen rascher ab. Scheut Euch nicht, die Spikes während des Laufs an- und wieder auszuziehen: Es ist mit etwas Übung in wenigen Sekunden erledigt. Und die gewonnene Sicherheit ist unbezahlbar!

Apropos unbezahlbar: Gekostet haben die Spikes ca. 25 Euro. Im Packungsumfang befinden sich noch ein Aufbewahrungsbeutel und 4 Ersatz-Spikes.

Fazit: Ein qualitativ hochwertiges Produkt, das tatsächlich hält was es verspricht.

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